„Die Finanzindustrie hat ein falsches Anreizsystem.“

In der Finanzindustrie existieren Interessenkonflikte, die im Kern für die Finanzkrisen der vergangenen Jahre verantwortlich sind, meint Matthias van Randenborgh. Aber es gibt einen Weg, diesen Konflikt aufzulösen. Mit seiner Firma und seinen Mitarbeitern lebt er ihn vor.

Herr van Randenborgh, worin liegt das Kernproblem der Finanzindustrie?

Matthias van Randenborgh (MvR): Das ist im Wesentlichen ein Interessenkonflikt zwischen dem Humankapital von Banken und Asset-Managern, also den Menschen, die dort arbeiten, und den Menschen, die das Risiko für deren Aktivitäten tragen. Das sind bei den Banken die Gesellschafter und Kreditgeber und bei den Asset-Managern deren Fondsinvestoren. Allgemein gesprochen haben die Mitarbeiter einen Vorteil davon, wenn sie unverhältnismäßig hohe Risiken eingehen, um ihre potenziellen Bonuszahlungen in die Höhe zu treiben. Wenn es schiefgeht, werden sie ja an den negativen Folgen nicht beteiligt – das birgt enorm viel Potenzial für Moral Hazard.

Können Sie das an einem Beispiel verdeutlichen?

MvR: Nehmen Sie die Finanzkrise 2008. Damals haben Banken Hypothekenkredite gebündelt und weiterverkauft. Sie haben also das Risiko weitergegeben und für die Geschäftsgenerierung eine Prämie kassiert. Da sie aber eben nicht mehr die Risikoträger waren, gleichzeitig aber von mehr Geschäft profitierten, war es nur rational, weiterzumachen, egal wie schlecht die Kreditqualität der Hypotheken auch war. Wir haben es hier also mit einem falschen Anreizsystem zu tun.

… das der Gesetzgeber durch zunehmende Regularien und Kontrollen in den Griff zu bekommen versucht.

MvR: Das kann aber nicht funktionieren. Das scheitert allein schon daran, dass es faktisch für die Aufsicht unmöglich ist, die wahren Risiken, die jemand eingeht, von außen zu erkennen. Aus meiner Sicht bekommt man das Problem nur in den Griff, wenn man die Risikonehmer den richtigen Anreizen aussetzt – keine Kontrolle kann dies ersetzen. Das Problem ist übrigens besonders ausgeprägt bei Anlageklassen mit asymmetrischem Ertragsprofil. Also bei Anlagen, die lange Phasen stetiger Erträge aufweisen, die aber dann von kurzlebigen und großen Verlustmomenten abgelöst werden. Ein typisches Beispiel dafür sind Short-Vola-Konzepte. Hier ist es besonders wichtig, ein gesundes Risikomaß zu finden. Genau daran sind übrigens auch zwei weitere Systemkrisenverursacher gescheitert: der Versicherer AIG im Jahr 2008 und der Hedgefonds LTCM 1998. Beide hatten zu viel Volatilität verkauft, bei AIG über Credit Default Swaps, und sich damit verhebelt. Die Manager haben sich in beiden Fällen, da sie aufgrund ihrer jeweiligen Anreizmodelle ja nicht am Verlust beteiligt waren, absolut rational verhalten.

Nun sind Sie ja auch ein Schreiber von Volatilität. Wie gehen Sie bei RP Crest vor, um diesem „Moral Hazard“ entgegenzuwirken?

MvR: Vor allem haben wir in der Satzung von RP Crest verankert, dass variable Bonuszahlungen verboten sind. Gleichzeitig haben wir ein für die Finanzbranche sehr niedriges Gehaltsniveau. Allerdings müssen wir jedes Jahr mindestens 80 Prozent unseres Gewinns ausschütten, jeweils zur Hälfte an die Mitarbeiter und die Gesellschafter. Auch das ist in der Satzung verankert.

Wieso ist damit der Konflikt zwischen Ihren Fondsinvestoren und Ihren Mitarbeitern gelöst?

MvR: Der entscheidende Punkt kommt erst: Alle Mitarbeiter erhalten die Hälfte ihrer Gewinnpartizipation über Partners-Blend-Fonds-Anteile ausbezahlt. Sie haben eine Mindesthaltedauer von drei Jahren. Vor allem aber leiht sich der Partners Blend Fonds bei der Depotbank Geld, und zwar mindestens im Umfang der von uns eingezahlten Beträge, und muss dieses dann komplett im RP Vega Fonds zu den identischen Konditionen wie unsere Kunden investieren. Durch den Hebel sind wir RP-Crest-Mitarbeiter überproportional im Risiko. Und das sorgt dafür, dass wir das Risikomanagement nicht vernachlässigen. Es kann zwar nicht verhindern, dass etwas schiefgeht, aber die Wahrscheinlichkeit dafür sinkt. Und wir schaffen damit Vertrauen. Ich als Mehrheitsgesellschafter muss übrigens auch die Hälfte meiner Dividenden und Gewinne aus Anteilsgeschäften im Partners Blend Fonds investiert halten, als Einziger bis mindestens 2021. Die Idee dahinter ist, dafür zu sorgen, dass alle Beteiligten, also unsere Gesellschafter, das Management, die Mitarbeiter und unsere Fondsanleger, am gleichen Strang ziehen.

Haben Sie da nicht Schwierigkeiten, gute Mitarbeiter zu finden?

MvR: Diejenigen, die bei uns arbeiten, sind zufrieden und sehr engagiert und wir werden von guten Bewerbungen förmlich überflutet. Die Abschaffung eines Bonussystems, welches unabhängig von der Geschäftsentwicklung hohe Prämien verspricht, stellt doch nur sicher, dass RP Crest bei vernünftiger Geschäftsentwicklung immer einen Gewinn erwirtschaften kann, der nicht im Vorfeld schon durch überteuertes Humankapital unverhältnismäßig stark geschmälert wird. Das ist bei manchen Investmentbanken übrigens ganz anders, wo häufig mehr als 90 Prozent der „Gewinne“ über Boni an Mitarbeiter gehen und nur magere Prozente für die Gesellschafter übrig bleiben.

Und wer entscheidet, wie der Gewinnanteil unter den Mitarbeitern aufgeteilt wird?

MvR: Alle Mitarbeiter, auch ich, sind zueinander indexiert. Diese Indexstände, die eine Aussage darüber treffen, wie die Mitarbeiter von RP Crest relativ zueinander an dem Gewinnpool partizipieren, werden einmalig bei Eintritt in die Gesellschaft verhandelt. Es gibt also keine Willkür bei der Aufteilung. Die Indexstände sind effektiv wie Phantomanteile an RP Crest. Ich bin überzeugt, dass Gewinnbeteiligungen mehr Zufriedenheit schaffen als klassische Bonuskonzepte. Schließlich fühlen sich die Mitarbeiter dann eher unternehmerisch eingebunden und fair behandelt.

Und das kommt auch bei Ihren Kunden und den Gesellschaftern an?

MvR: Ja. Wir haben damit ein Gleichgewicht zwischen allen Beteiligten hergestellt, also zwischen den Gesellschaftern, den Mitarbeitern, den Geschäftsführern und den Kunden von RP Crest. Das zeigt sich darin, dass uns Kunden bereits 300 Millionen Euro anvertraut hatten, noch bevor der RP Vega Fonds einen Track-Rekord von drei Jahren hatte. Und wir haben zwölf private Gesellschafter, die bei der Gründung von RP Crest der Firma Venture Capital zur Verfügung gestellt haben und dafür mit 40 Prozent beteiligt wurden. Bemerkenswert ist dabei, dass sie auf die üblichen Kontrollrechte verzichtet haben. Dieses uns entgegengebrachte Vertrauen ist für mich ein Beleg dafür, dass wir mit unserem Konzept auf dem richtigen Weg sind.

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